Football: Die Bielefeld Bulldogs gewinnen gegen die Cologne Falcons mit 7:2. Während die Defense tadellos funktioniert, wirkt die Offense oft konfus. Hoffnungsträger Ray Wiggins scheidet schwer verletzt aus.

Bielefeld (NW/AS). Den ersten Saisonsieg gefeiert, aber US-Boy Ernest Wiggins gleich im ersten Spiel verloren: Die neu zusammengestellte Mannschaft der Bielefeld Bulldogs bezahlte einen punktarmen Saisonauftakt beim 7:2 gegen die ebenfalls nicht überzeugenden Cologne Falcons möglicherweise sehr teuer.

„Es war vielleicht der hässlichste Sieg, seit ich Football-Trainer bin. Doch Sieg ist Sieg. Wir haben einen Weg gefunden, wie wir das Spiel doch noch gewinnen konnten“, meinte Headcoach Willie Robinson. „Es war die erste Möglichkeit, sich zu beweisen. Hoffentlich präsentieren wir uns nächstes Mal besser.“

Die Offensive der Gastgeber wirkte ohne den noch gesperrten US-Boy Keshawn Hill konfus, wenig durchschlagskräftig und wurde vom Coach deutlich kritisiert. Positive Ausrufezeichen setzten indes Running Back Alex Papadopoulos, der einige Yards erlaufen konnte, sowie Quarterback Niklas Gorny – wenn er selbst lief. Chancen auf Touchdowns gab es kaum, Felix Blissenbach vergab zu Beginn des zweiten Viertels die beste Möglichkeit kläglich. Wenig später machte es Blissenbach besser, doch der Touchdown-Pass von Gorny erinnerte – mit reichlich Rückenwind ausgestattet – zwar an die weiten Würfe von Star-Quarterback Aaron Rodgers, schien aber schon aus dem Mut der Verzweiflung zu resultieren. Nach dem Seitenwechsel hatten die Bielefelder lediglich bei einem weiteren Drive die realistische Möglichkeit zu erhöhen, doch der Fieldgoal-Versuch aus 25 Yards Entfernung flog knapp neben den Torstangen vorbei. „Wir sind enttäuscht, wissen aber, dass wir es besser können. Ich bin froh, dass es dennoch für einen Sieg gereicht hat“, meinte Receiver Blissenbach.

„Unsere Defense hat ein super Job gemacht“, lobte Robinson. Zumeist konnten die Bielefelder Köln immer wieder schnell zur Ballabgabe zwingen. Doch Marcel Grimm gab das Lob seines Coaches direkt zurück: „Wir waren super vorbereitet, wussten, welche Spielzüge Köln mit welcher Formation spielt.“ Die zwei Punkte der Cologne Falcons verschuldete die Offense durch einen Safety. Robinson erkundigte sich schnell bei Sportdirektor Heiko Schreiber, wann dies den Bulldogs das letzte Mal gelungen sei – eine Frage, die auch der erfahrene Schreiber nicht genau beantworten konnte. Der Grund der defensiven Stabilität war neben der recht harmlosen Kölner Offense schnell ausgemacht: „Der Einfluss von Ray Wiggins war spürbar“, erkannte Schreiber. Doch neben Kroll und Korbmacher schied ausgerechnet Führungsspieler Wiggins im dritten Viertel verletzt aus – es besteht der Verdacht einer Bänderverletzung im Sprunggelenk.

„Es ist noch zu früh, um über eine Nachverpflichtung zu reden. Der Fokus liegt auf Ray“, betonte Robinson, der glaubt, dass Wiggins schon bald wieder auf den Beinen sein wird.

2017-04-24T07:04:14+00:00