Bielefeld(WB/JM). Die Bielefeld Bulldogs sind mit einem 7:2 (0:2/7:0/0:0/0:0)-Heimerfolg über die Cologne Falcons in die Football-Regionalligasaison gestartet. Für Headcoach Willie J. Robinson war es »der hässlichste Sieg, den ich jemals als Trainer geholt habe.«

In den Gefühlsmix zwischen Freude und Erleichterung mischte sich denn auch einiges an Selbstkritik samt der Erkenntnis, dass »wir noch viel Potenzial nach oben haben«, so Receiver Felix Blissenbach, dem der erste Touchdown in dieser Spielzeit glückte.

Zudem wurden die ersten beiden Zähler möglicherweise teuer erkauft. US-Boy Ernest Wiggins, dem eine starke Premiere bescheinigt werden konnte, verletzte sich im dritten Viertel am linken Knöchel und wurde vorsorglich mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die erste Diagnose: nichts gebrochen. Mit O-Liner Felix Kroll (Knie) und Runningback Daniel Korbmacher (Rippenprellung) schieden zwei weitere Startspieler vorzeitig aus.

Immerhin wusste die dominante Defense vor 851 Zuschauern eine in der Bulldogs-Arena lange nicht gesehene Duftmarke zu setzen. Obwohl mehrfach in der eigenen Endzone ganz erheblich unter Druck, ließ sie keinen Kölner Punkt zu! »Ein Monument«, adelte Coach Robinson. »In der vorigen GFL2-Saison stellten die Bulldogs schließlich die schlechteste Abwehr.« Für den frühen 0:2-Rückstand (3.) zeichnete sich ausgerechnet die Offense verantwortlich. Kölns Nils Eister glückte ein Safety; er brachte Ballträger Bert Smith Jr. nach dessen Ausrutscher in der Bielefelder Endzone zu Fall.

Zwar bescheinigte Robinson seinem Quarterback Niklas Gorny »nicht den besten Tag«; gleichwohl hatte der seine lichten Momente. Wie in der 15. Minute: Nach einem schmucken, hoch angesetzten 35-Yards-Touchdown-pass auf Felix Blissenbach (Extrapunkt Tobias Stork) hieß es 7:2. Auch mit einigen beherzten Läufen holte Gorny Raumgewinn. Richtig verheißungsvolle Chancen blieben mit Ausnahme eines wohl zu Unrecht nicht anerkannten Safeties rar. Die beste noch: 26 Sekunden vor der Halbzeitpause sauste Tobias Storks Fieldgoalversuch aus 35 Yards knapp an der Stange vorbei.

Die Defense wehrte am Samstag zur Freude Robinsons 27 Angriffe ab, ohne Kölner Yards zuzulassen. Garniert von drei Quarterback-Sacks (Marcel Grimm und zweimal Ray Wiggins) sowie zwei Interceptions (Marcel Grimm, Bijan Djalili). »Die Defense hat einen Höllenjob gemacht«, lobte denn auch der positiv überraschte Sportdirektor Heiko Schreiber und fand den Ausgang gerechtfertigt. »Wir haben weniger Fehler gemacht als Köln.«

Es hätte noch wesentlich besser laufen können, beurteilte Niklas Gorny die Vorstellung der Offense, die letztmals auf den gesperrten US-Runningback Keshawn Hill verzichten musste. »Wir können viel mehr.« Der Spielmacher räumte »ein bisschen Durcheinander« ein; Robinson erhöhte auf: »Konfusion«. Die Performance sei qualitativ nicht zuletzt ein Spiegelbild der wenig glorreichen Trainingswoche gewesen. Er schloss versöhnlich: »Die Jungs haben hart gekämpft und einen Weg gefunden, um zu gewinnen.« Solche engen Spiele würden den Charakter ausbilden. Felix Blissenbach wirkte trotz des Erfolgserlebnisses enttäuscht. »Ich bin froh, dass es für einen Sieg gereicht hat. Die Defense hat uns den Hintern gerettet.« Da stimmte Wladislaw Mischura zu: »Saubere Leistung von der Defense. Die Offense muss noch ihren Flow finden.« Die philosophische Essenz des Tages, eingerahmt von heiteren Bildern, lautete: »Ein Sieg ist ein Sieg.« Mit allen Nebenwirkungen. Coach Robinson bekam hinterrücks seine erste Dusche verabreicht, und Marcel Grimm forderte stimmgewaltig zur Humba auf.

Gute Nachrichten für alle Fans auch aus dem Internet: Die neue Homepage ist endlich online. www.bielefeld-bulldogs.de

2017-04-24T07:58:15+00:00