Football: Experimentierfreudiger Robinson erhält viel »Stoff« für Video-Nachbereitung

Bielefeld (WB/jm). Den Luxus solch massiver Personalrotation wird es in den Reihen der Bielefeld Bulldogs vorerst nicht mehr geben. Dass »der zweite Anzug nicht so sitzt wie der erste« (An-dreas Lettow), war bloß eine Erkenntnis des 21:19-Footballtests gegen die Gelsenkirchen Devils. Wie denn auch? Jahrelang ist die Ausbildung einer breiten Basis vernachlässigt worden. »23 Rookies haben ihr erstes Spiel absolviert und ihr Bestes gegeben. Lasst die wachsen«, erläuterte Headcoach Willie J. Robinson seine für ihn aufschlussreiche Experimentierlust. »Wir waren nicht so pfiffig, wie ich uns gerne zu diesem Zeitpunkt gesehen hätte.« Die gemachten Fehler führte der akribische Coach den Spielern in der Videoauswertung vor Augen.

»Es gibt noch viel zu tun«, resümierte Quarterback-Coach Felix Gorny, der Bruder Niklas »viel Licht und einiges an Schatten« attestierte. Kollege David Wagner habe später auf der Position, mit veränderter O-Line als Leibgarde vor sich, »ein paar Sachen gezeigt, die vielversprechend waren.« Felix Gorny gab dem Bulldogs-Angriffsspiel das Prädikat »verhalten. Ich hätte es mir ein bisschen explosiver gewünscht, mit mehr Punkten.« Dass es letztlich nicht so kam, sei »der Masse an Rotation geschuldet« gewesen.

So blieb zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Kluft. »Am Anfang hätten wir gerne dominanter gespielt und allen gezeigt, dass wir eine Liga höher spielen«, räumte Teamleader Felix Kroll ein und versprach: »Wir werden jetzt noch zwei Wochen an der Feinabstimmung arbeiten.« Einige Positionen (im Defense Backfield) sind noch nicht endgültig vergeben.

Positiv wollte Jannis Knauer (»Football ist an jedem Tag Kopfsache«) festgehalten wissen: »Wir haben jeden neu einstudierten Angriff umgesetzt und auch in der Teamzone zusammengestanden.« Stefan Hüttker machte »mit Ausnahme von zwei, drei Ausreißern« Fortschritte in der Laufverteidigung aus. Bleibt die Sache mit der Einstellung, die im ersten Viertel für eine Weile litt. Sportdirektor Heiko Schreiber weiß es aus jahrzehntelanger Erfahrung: »Du musst in einem Footballspiel immer 100 Prozent geben!«

Wo die Bulldogs stehen? Schwierig zu sagen. Diese Mannschaft ist eine »Wundertüte« und für allerlei Schlagzeilen gut. In Jannis Knauers Einschätzung schwingt Trotz mit. »Wir haben das Potenzial, um oben mitzuspielen.« Daran soll auch Ostern nichts ändern. Felix Gorny gab den Bulldogs einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg: »Passt auf, dass Ihr über die Feiertage nicht zu viele Pfunde ansetzt.« Jan Eilerts Schlusswort: »Jeder von uns weiß, dass wir gegen die Cologne Falcons noch eine Schippe draufpacken müssen. Und das werden wir auch tun. Wir sind bereit!«

2017-04-11T07:12:16+00:00